Nachricht vom 21.August 2006
    ..::Flugfest Gröden 2006 endet tragisch::..

    Es hätte ein tolles Fest für alle Flugbegeisterten werden sollen; das Flugfest in Gröden, doch gegen Ende der Veranstaltung wendete sich das Blatt und die Veranstaltung endete tragisch. Bilanz: ein mittelschwer Verletzter, sowie ein tödlich verunglückter Gleitschirmpilot.
    Die Stimmung war gut. Das Wetter war entgegen den Erwartungen etwas besser und so ließen es sich viele Grödner und Angereiste nicht nehmen das Flugfest in St. Ulrich auf der Minertwiese zu besuchen. Laufend konnte man Drachenfliegern und Paraglidern beim Landen zusehen. Aber auch mit einem Rundflug, durch und rund um das Grödner Tal, konnte man sich die Zeit versüßen. Hubschrauberinteressierte und Neugierige hatten die Möglichkeit sich, den in Pontives stationierten Landesrettungshubschrauber, "Aiut Alpin" aus der Nähe anzusehen.
    Im Laufe des Nachmittages wurde von der Mannschaft auch eine kleine Präsentation mittels Winde vorgeführt. Dazu markierten zwei Retter eine bestimmte Stelle auf dem abgesperrten Lande- und Startbereich mit einem Rauchsignal, welches der Pilot anflog. Während dem langsamen Anflug wurde vom Winchoperator das Seil zu Boden gelassen.
    Dort angekommen, sicherten sich die beiden Retter am Haken und machten durch ein Handzeichen deutlich, dass sie sich gesichert haben und fertig zum hochwinchen sind. Daraufhin wurde das Seil wieder nach oben gezogen und die beiden Retter wurden in den Hubschrauber gebracht. Zum Abschluss der kurzen Einlage wurde noch eine kleine Extra-Runde geflogen und schließlich wieder am temporären Landeplatz aufgesetzt.
    Die Ruhe währte jedoch nicht lange, denn die Flugretter aus Gröden wurden zu einem Einsatz gerufen. Ein Hubschrauber, der gerade einen Rundflug durchführte, hatte offensichtlich einen abgestürzten Paraglider ausmachen können. Es dauerte nicht lange, bis sich die EC 135 in Richtung Absturzstelle begab.
    Währenddessen ereignete sich ein weiterer Zwischenfall. Ein Drachflieger wurde kurz vor der Landung von einer Böe erwischt und stürzte aus nur geringer Höhe ab, verletzte sich jedoch mittelschwer. Durch den leblosen Körper aufmerksam gemacht, begaben sich sofort zahlreiche Menschen in Richtung Absturzstelle, um den Piloten zur Hilfe zu eeilen. Zeitgleich startete ein Rettungswagen, der jedoch in einem sumpfigen Teilstück stecken blieb. Sofort eilten auch hier zahlreiche hilfsbereite Menschen herbei und schoben das Fahrzeug aus dem Schlamm, dass sogleich wieder die Fahrt fortsetzen konnte. Wenige Minuten später landete der Aiut Alpin Dolomites direkt neben der Absturzstelle und führte die Versorgung fort. Mit mittelschweren Verletzungen wurde der junge Mann ins Bozner Krankenhaus geflogen.
    Leider ereignete sich ein weiterer Unglücksfall, bei dem ein Gleitschirmpilot ums Leben kam. Der Gleitschirmflieger wurde ein Opfer der zunehmenden - wetterbedingten - Turbulunzen und stürzte vertikal auf den Boden.
    Die daraus resultierenden, inneren Verletzungen führten zum Tod an der Unfallstelle.

    Das alles machte die vorigen Kunstflugeinlagen vom weltberühmten Rainhard Haggenmüller vergessen, der mit seinem atemberaubenden Flugeinlagen das Publikum begeisterte. Bei der Landung wurde er mit begeistertem Applaus vom Publikum empfangen.

    Den Geschädigten wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung. Den Angehörigen des Verstorbenen möchte ich mein herzlichstes Mitgefühl aussprechen.

    ..::Weitere Impressionen vom Flugfest in Gröden auf der Minertwiese (St. Ulrich)::..


    Text und Fotos:
    Manuel Oberhofer